Gerüstet für den Tag Tägliche Andachten

Seine Herrlichkeit

„und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1,14b)

Ich habe jetzt nachträglich den Vers 14 nochmal getrennt weil hier wirklich so viel drinsteckt. Außerdem beginnt ab Vers 15 ja ein neuer Absatz im Text, eine regelrechte Zäsur, die später wieder in die eigentliche Beschreibung des Lebens Jesus übergeht.

Wir sahen seine Herrlichkeit. Das schreibt Johannes ja auch in seinem ersten Brief. [1. Johannes 1,3] was wir gesehen und gehört haben Und das ist Johannes wirklich wichtig: es sind keine Mythen, keine Legenden, keine Märchen, es sind völlig valide, mehrfach bestätigte Augenzeugenberichte. Punkt. Jeder der etwas anderes behauptet steht nicht auf dem Fundament der Fakten.

Wie kann man aber nun eine Herrlichkeit sehen? Johannes denkt Jüdisch und hebräisch, auch wenn er griechisch schreibt. Denken wir also an die alttestamentlichen Beschreibungen der Herrlichkeit Gottes.

Denken wir zuerst an die Schechina, die präsent Gottes in der Stiftshütte, aber auch im Salomonischen Tempel. Sie erfüllte das Allerheiligste und die Menschen freuten sich so sehr das sie ein Fest feierten. Leider fehlte diese präsent Gottes vollkommen als die Propheten ab Serubbabel den Tempel wieder Aufbauten. Warum? Wollte Gott jetzt nicht mehr bei den Israeliten wohnen? Aber das ist doch gerade DAS Erkennungsmerkmal des Volkes Gottes, dass Gott bei ihnen wohnt. Und die Israeliten haben das durchaus bemerkt und waren traurig darüber. Aber nein, daran liegt es nicht. Gott wollte immer noch bei den Menschen seines Eigentums wohnen, die Zeit war nur noch nicht erfüllt.

[Galater 4,4] Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, Gott wurde geboren als Mensch, nach acht Tagen wurde er unter das Gesetz gestellt und beschnitten. Nach 40 Tagen aber wurde er in den Tempel gebracht. Gott kommt in den Tempel. Die Herrlichkeit kehrt zurück. Jetzt verstehen wir warum Simeon sich so sehr gefreut hat: endlich, nach fast 500 Jahren des Schweigens, kehrt Gott in den Tempel zurück. In die Wohnung des Vaters.

Aber noch ein Gedanke kommt mir, wenn ich lese das Johannes die "Herrlichkeit geschaut" hat: [Matthäus 17,2] Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.

Johannes muss sofort an Mose gedacht haben und an elia, und dann erscheinen sie sogar noch. Völlig verrückt, völlig unvorstellbar, völlig außergewöhnlich.... einfach herrlich. Herrlichkeit! Seine Herrlichkeit!

Wie verständlich ist es da, dass Petrus gern auf dem Berg geblieben wäre und schon Hütten bauen wollte. Er sah das Gesetz (Mose), er sag die Propheten (Elia) und er sah Gottes Herrlichkeit und Majestät. Das hätte ich auch nicht wieder hergeben wollen.