Eine Stimme in der Wüste
„Da antwortete er: Ich bin die »Stimme dessen, der in der Wüste ruft: Ebnet dem Herrn den Weg!«, wie der Prophet Jesaja geboten hat.“ (Johannes 1,23)
Johannes gibt eine Antwort, die genau richtig ist für die trügerischen Pharisäer. Sinngemäß sagt er damit: "Ihr wisst ganz genau wer ich bin und welche Aufgabe ich erfülle. Und ihr wisst auch warum die Menschen zu mir kommen.". Johannes sieht das die, welche die Priester und Leviten sandten, verstockte Herzen haben und in keiner guten Absicht kamen. "DIE Juden", wie sie so oft im Johannes Evangelium genannt werden, fragten nicht wirklich aus Neugier. Sie fragten gezielt, um Johannes in eine Ecke zu drängen. Bisher mag das vielleicht geklappt haben, bei Pseudopropheten, aber bei Johannes beißen sie auf Granit. Einschüchtern? Den Mann in Kamelhaar aus der Wüste? Nie und nimmer!
Vor euren Augen erfüllt sich die Prophezeiung und ihr seht es nicht. Das erinnert an die Verse aus [Jesaja 6,9] Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht!
Und jetzt? Johannes antwortete auf die Frage mit einem Zitat aus Jesaja, den großen Propheten. Wenn die Priester und Leviten auch nur ein Hauch Bibelkenntnis haben, und sie kannten die torah ja auswendig, dann haben sie den wink mit dem Zaunspfahl doch verstanden, oder?
Bisher war die Spannung ja wirklich immer auf dem Zenit. Die Antwort von Johannes sollte doch eigentlich die Spannung etwas lösen oder? Nun kommt der nächste Vers fast etwas ironisch, also würde der Verfasser die Frage in den Köpfen der Leser beantworten: "Und hat den Priestern und Leviten die Antwort gereicht?"
[Johannes 1,24] Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern.
Naja es waren eben Pharisäer... Wann sind die schon mal zufrieden, oder?