Wir bezeugen, was wir gesehen haben
„Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.“ (Johannes 3,11)
Jesus spricht hier nicht als jemand, der Theorien entwickelt oder Vermutungen anstellt. Er spricht nicht aus zweiter Hand. Er sagt ganz direkt: „Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben." Das ist ein bemerkenswerter Anspruch. Jesus kennt den Himmel nicht aus Büchern er kommt von dort. Wenn jemand über ein Land berichtet, das er selbst bewohnt hat, hört man anders zu, als wenn jemand nur Gerüchte weitergibt. Jesus ist kein Theologe, der über Gott nachdenkt. Er ist der Sohn Gottes, der über seinen Vater spricht aus eigener, ewiger Erfahrung.
Und trotzdem sagt er im gleichen Atemzug etwas Ernüchterndes: „Ihr nehmt unser Zeugnis nicht an." Die Menschen hören zu aber sie lassen es nicht wirklich an sich heran. Das Zeugnis prallt ab. Das ist keine Situation, die nur Nikodemus betrifft. Sie ist erstaunlich aktuell.
Auch heute begegnen viele Menschen dem Evangelium in der Gemeinde, in Gesprächen, durch die Bibel. Und doch bleibt oft eine innere Distanz. Man nickt vielleicht, freut sich über die moralischen Werte, aber man vertraut nicht wirklich. Dabei ist die entscheidende Frage eigentlich ganz einfach: Stimmt das, was Jesus sagt: ja oder nein? Wenn er wirklich der ist, der er behauptet zu sein, dann ist Gleichgültigkeit keine neutrale Haltung. Dann ist sie eine Entscheidung.