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Johannes 4,31-32

Hunger und Durst - aber anders

Inzwischen aber baten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt! Johannes 4,31-32

Manchmal kommt es total plötzlich. Auf ein wie geht's kommt mal tatsächlich eine Antwort, anstatt des "muss ja" was wir gewohnt sind. Oder beim Zähneputzen fragt das Kind "und ist der Goliath jetzt in der Hölle?". Aber gerade solche plötzlichen Wendungen, welche auf den ersten Blick total unangebracht erscheinen, erschaffen nicht selten tiefgehende Gespräche.

Genau so führt Jesus am Jakobsbrunnen gleich zwei Gespräche. Beide beginnen ganz alltäglich, und beide enden bei der Frage, wovon ein Mensch wirklich lebt.

Eine Samariterin kommt zur Mittagszeit an den Brunnen. Sie will nur Wasser holen, nichts weiter. Jesus bittet sie um einen Schluck, und aus dieser einfachen Bitte wird ein Gespräch über lebendiges Wasser. „Wer aber des Wassers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten“ (V. 14). Die Frau versteht zunächst nur Brunnenwasser. Doch Jesus legt Stück für Stück frei, was hinter ihrem Alltag liegt: ein Leben voller zerbrochener Beziehungen, eine Seele, die nie satt geworden ist. Ihr eigentlicher Durst war nicht der nach Wasser, sondern der nach Gott. Am Ende lässt sie ihren Krug stehen. Sie hat gefunden, was der Brunnen ihr nie geben konnte.

Dann kommen die Jünger zurück, bepackt mit Essen aus der Stadt. „Rabbi, iss!“, drängen sie. Ihre Sorge ist echt, denn Jesus war müde und hungrig. Doch er antwortet: „Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“ Die Jünger denken sofort an Brot, genau wie die Frau an Wasser dachte. Jesus erklärt: „Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen des, der mich gesandt hat“ (V. 34). Was ihn in diesem Augenblick sättigt, ist nicht das Essen, sondern dass eine verlorene Frau zum Glauben gefunden hat und eine ganze Stadt sich auf den Weg zu ihm macht.

Egal ob du Jesus schon nachfolgst oder ihn noch garnicht kennst: du brauchst Jesus um genau solche Gespräche zu führen, um solche Erkenntnis zu erlangen. Zwei Gespräche, eine Wahrheit Die Frau hatte Durst und wusste nicht, wonach. Die Jünger boten Speise an und wussten nicht, welche Speise Jesus meinte. Beide blieben zunächst an der Oberfläche, und beide führte Jesus in die Tiefe. Die Botschaft ist dieselbe: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Unser Durst wird gestillt, wenn wir Christus empfangen. Und Christus selbst fand seine Sättigung darin, den Willen des Vaters zu tun, einen Gehorsam, der ihn bis ans Kreuz führte, damit durstige Sünder wie wir leben können.

Und heute? Vielleicht bist du wie die Frau: Du funktionierst im Alltag, aber tief drinnen bleibt ein Durst, den nichts stillt. Dann komm zu dem, der lebendiges Wasser gibt. Oder du bist wie die Jünger: gläubig, fürsorglich, aber ganz vom Alltag geblendet. Dann bitte Gott um offene Augen für das, was er gerade um dich herum tut.

Und wenn dein nächstes „Wie geht's?“ eine ehrliche Antwort bekommt, geh nicht schnell weiter. Vielleicht sitzt du gerade am Brunnen. Oder vielleicht sitzt jemand bei dir am Brunnen.

  • Hunger
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  • Das Herz Jesu