Johannes 4,38-39
Das Prinzip von Saat und ernte
Ich habe euch ausgesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Johannes 4,38-39
Ich habe euch ausgesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.
Das ist ein Prinzip des Reiches Gottes: Die Ernte beginnt nicht mit uns. Lange bevor die Jünger nach Samaria kamen, hatte Gott gesät, durch Mose und die Propheten, durch Johannes den Täufer und zuletzt durch Jesus selbst, der müde am Brunnen saß und um eine einzige Frau rang. Die Jünger ernten von fremder Saat. Das ist Gnade, kein Verdienst.
Die Erfüllung folgt sofort: „Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen.“ Kein Wunder, keine große Predigt, nur das schlichte Zeugnis einer Frau mit zerbrochener Vergangenheit: „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ Jesus kannte ihre Sünde und verwarf sie dennoch nicht. Was sie verbergen wollte, wurde zu ihrer Botschaft, weil der, der sie durchschaute, der Retter ist.
Aber was heißt das für uns heute? Erstens bewahrt es uns vor Stolz. Wenn ein Mensch zum Glauben kommt, haben oft andere vor uns gesät: betende Eltern, eine treue Sonntagsschullehrerin, ein Prediger, den wir nie kennengelernt haben. Die Ehre gehört Gott allein. Zweitens bewahrt es uns vor Entmutigung. Vielleicht säst du seit Jahren, in deiner Familie, am Arbeitsplatz, und siehst keine Frucht. Dein Dienst ist nicht vergeblich. Vielleicht wird ein anderer ernten, wo du gesät hast, und Säende und Erntende werden sich gemeinsam freuen. Drittens ermutigt es uns zum Zeugnis. Du brauchst keine theologische Ausbildung, um zu sagen, was Christus an dir getan hat. Gott wirkt durch sein Wort, auch durch schlichte Worte, die auf Jesus hinweisen.
- Gnade
- Treue
- Zeugnis